Vor langer Zeit lebte an den Küsten der alten nördlichen
Ländern ein friedliches Seefahrervolk. Mit ihren wendigen
und flinken Schiffen bezwangen die Menschen dieses Volkes
das rauhe Nordmeer, um mit Fischfang ihren Nahrungsbedarf
zu decken oder den Menschen der südlichen Länder Handel zu treiben.
Es war ein karges und entbehrungsreiches Leben, doch die
Menschen waren zufrieden.
Dann brach eine Zeit an, in der ein mächtiges Reitervolk,
getrieben von Hunger und Beutegier, die Steppen des Kontinents
verließ und ein Volk nach dem anderen unterjochte.
Bald standen die Reiterhorden auch vor den Grenzen der alten
nördlichen Länder.
Das Seefahrervolk fühlte sich in seiner Existenz bedroht,
denn die Steppenreiter kannten keine Gnade mit Besiegten, ihr
Hunger nach Land und Beute schien unersättlich.
In dieser bedrohlichen Situation erinnerte sich der weise
König der Seefahrer an alte Geschichten seines Volkes.
Jenseits des großen Meeres, weit im Westen, sprach die Sage
von einer großen, unbewohnten Insel, die mit fruchtbarem
Ackerland und saftigen Weidegründen gesegnet sei und ein
reiches Leben ohne Hunger versprach.
Der König rief seine vier Fürsten zu sich, und drei Tage lang
hielten Sie Rat.
Am Ende des dritten Tages hatten sie einen Entschluß gefaßt.
Werkzeuge, Saatgut und Proviant wurde gesammelt und die
kräftigsten Schafe wurden zusammengetrieben. Sorgfältig beluden
die tapferen Seefahrer ihrer Schiffe mit den wenigen Habseligkeiten,
die ihnen einen Neubeginn in einem fremden Land ermöglichen sollten.
Zuletzt bestiegen die Frauen, Männer und Kinder die Boote.
Fast alle waren dem Ruf Ihres Königs gefolgt, denn ihre Hoffnung
lag auf dem Meer, weit hinter dem westlichen Horizont.
Viele Tage lang währte die Fahrt über den großen Ozean und viele
Schiffe überstanden die schweren Stürme nicht. Als das Meer eines
Tages das Boot Ihres Königs verschlang und auch die Vorräte
aufgebraucht waren, verwandelt sich die Hoffnung der Überlebenden
in Verzweiflung.
Doch dann am vierzigsten Tag ging die Sonne nicht mehr über der
trostlosen Linie des Meereshorizontes auf, sondern über einem
Land mit hohen Bergen, sattgrünen Wäldern und saftigen Weiden.
Die Menschen jubelten und umarmten sich, denn sie hatten
das Land ihrer Hoffnung gefunden.
Die Fürsten scharten die Menschen ihrer Sippe um sich,
entluden Ihre Schiffe, suchten und fanden geeignete Plätze
für ihre ersten Häuser.
Schnell waren die ersten Siedlungen erbaut und die Menschen
stellten glücklich fest, daß ihr neues Land äußerst fruchtbar war...